Grafikkarte: Speicher

Grafikkarte: Speicher

Der Speicher einer Grafikkarte hat zwei wichtige Merkmale. Das eine ist seine Übertragungsrate, sie bestimmt wie schnell der Speicher arbeitet. Das andere ist die Menge, sie legt fest wie viele Daten direkt auf der Grafikkarte gespeichert werden können. Ganz allgemein gilt zwar, dass hohe Werte (in beiden Fällen) empfehlenswert sind, doch ob diese auch in der Praxis notwendig werden, hängt von einer Reihe weiterer Faktoren ab.

Wenn Sie beispielsweise nur Büro-Arbeiten erledigen wollen, spielt die Menge und die Übertragungsrate Ihres Grafikkarten-Speichers keine Rolle. Denn selbst die preiswerteste Grafikkarte hat in diesem Fall mehr als genug und auch ausreichend schnellen Speicher. Verwenden Sie Ihren Computer dagegen für anspruchsvolle Computerspiele samt hoher Darstellungsqualität, dann ist die Menge und Übertragungsrate des Speichers durchaus bedeutsam. Denn je mehr Rechenleistung über die Ihr Computer verfügt, desto mehr Grafikkarten-Speicher sollten Sie sich gönnen.

Bedenken Sie dabei, dass Sie die Menge des Grafikkarten-Speichers nicht nachträglich erweitern können. Denn er ist fest auf der Grafikkarte montiert. Die Menge des Grafikkarten-Speicher, die Sie Ihrer Grafikkarte zugestehen, müssen Sie schon beim Kauf der Grafikkarte festlegen. Es gibt zwar Lösungen, die eine Speichererweiterung ermöglichen, indem sie den Arbeitsspeicher des Computers anzapfen. Doch dieser Speicher ist in der Regel langsamer und bremst die Leistung der Grafikkarte aus.

Die Wahl des Grafikkarten-Speichers ist lediglich ein Detail-Merkmal. In der Regel orientieren sich Computerspieler zuerst anhand anderer Faktoren und grenzen damit die Wahl der Grafikkarte ein. Dazu zählt die Rechenleistung, der Chip-Hersteller, die Generation und evtl. noch einzelne Funktionsmerkmale. Erst anschließend spielt die Wahl des Grafikkarten-Speichers eine Rolle. Sofern dann überhaupt noch eine Wahl getroffen werden kann. Denn manche Grafikkarten-Modelle sind ganz pauschal nur mit einer bestimmten Speichergröße und Übertragungsrate verfügbar. Andere wiederum bieten zwei oder drei verschiedene Speichergrößen an und variieren auch in der Übertragungsrate.

Früher war die Menge an Grafikkarten-Speicher nicht so entscheidend, wie es heute der Fall ist. Innerhalb von 5 Jahren kam es vor, dass sich die Speichermenge um den Faktor 2 bis 4 steigerte. In den letzten 5 Jahren hat sie sich allerdings schon um den Faktor 4 bis 8 gesteigert. Weshalb anzunehmen ist, dass mehr Speicher bei Grafikkarten zunehmend wichtiger wird. Daher geht unsere aktuelle Empfehlung auch dahingehend, dass Sie ruhig ein Modell mit größerem Speicher wählen sollten, wenn Sie vorhaben Ihre Grafikkarte länger als zwei Jahre zu verwenden.

Auch die Übertragungsrate ist ein wichtiges Kriterium auf das man ebenfalls nur bedingt Einfluss nehmen kann. Sofern Sie die Möglichkeit bekommen zwischen verschiedenen Übertragungsraten zu wählen, finden Sie hier oft einen Standard-Wert je Grafikkarten-Modell. Für gewöhnlich bietet er das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Daran sollten Sie sich orientieren. Um Geld zu sparen, können Sie eine Grafikkarte wählen, deren Übertragungsrate unter dem Standard-Wert liegt (sofern angeboten). Dadurch büßen Sie aber oft Leistung ein, da die Übertragungsrate wie ein Flaschenhals wirken kann. Möchten Sie dagegen auch in extremen Situationen die Leistung der Grafikkarte voll entfalten, dann wählen Sie ein Modell, dessen Übertragungsrate über dem Standard-Wert liegt. Dafür müssen Sie aber in der Regel mehr bezahlen, erhalten im Gegenzug aber keine Garantie, dass Sie davon auch profitieren.

Sie erkennen diesen Standard-Wert, indem Sie ihre gewünschte Grafikkarte mit denen anderer Hersteller vergleichen, die das gleiche Modell anbieten. Oder indem Sie sich bei einschlägigen Seiten und Foren erkundigen. Bedenken Sie dabei, dass die Übertragungsrate nicht als einzelner Wert dargestellt wird, sondern meist in Form zweier Zahlen, die jede für sich kaum Aussagekraft besitzt. Die erste ist die Taktrate des Grafikkarten-Speichers (MHz) und die Zweite ist die Bandbreite des Speichers (bit). Sie wirken im übertragenen Sinne wie Länge und Breite. Erst wenn Sie diese beiden Werte miteinander multiplizieren, erhalten Sie einen Wert, den Sie mit dem Wert anderer Grafikkarten vergleichen können.

Unser Kauf-Tipp !
Bei Grafikkarten die mehr Speicher als üblich verwenden, kommt es vor, dass der Hersteller den Speichertakt etwas absenkt. Dies geschieht nicht aus Bosheit, sondern aus reiner Notwendigkeit. Denn mehr Speicher bedeutet für den Speichercontroller (dem Speicher-Verwalter) eine zusätzliche Belastung und indem der Arbeitstakt gesenkt wird, entsteht hier ein kleiner entlastender Ausgleich. Lassen Sie sich davon nicht irritieren und geben Sie dennoch der Grafikkarte mit mehr Speicher den Vorzug. In der Regel ist dies vorteilhafter.

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