Drucker: Druckleistung

Drucker: Druckleistung

Wenn man Tinte oder Toner für seinen Drucker kauft, dann wird oftmals eine Druckleistung aufgeführt, zu der eine Tinten-Kartusche oder eine Toner-Kassette in der Lage sein soll. Auf diese Weise erfährt man, wie lange die entsprechende Kartusche oder Kassette hält. Da nun aber Ausdrucke variieren, benötigt eine ausgedruckte Seite mal mehr und mal weniger Tinte bzw. Toner. Um dennoch die Druckleistung zu beziffern, bezieht man sich auf eine Referenz-Seite, die entsprechend oft ausgedruckt werden kann. Mit anderen Worten: Eine Toner-Kassette, die eine Druckleistung von 1500 Seiten besitzt, ist in der Lage 1500 mal diese bestimmte Referenz-Seite auszudrucken. Für die verwendete Referenz existieren dabei verschiedene Standards.

Deckungsgrad
Drucker-Typ
Standard
ca. 5%
SW-Laser-Drucker
ISO/IEC 19752
ca. 16% (ca. 4% pro Farbe)
Farb-Laser-Drucker
ISO/IEC 19798 (24712)
ca. 16% (ca. 4% pro Farbe)
Farb-Titenstrahldrucker
ISO/IEC 24711 (24712)

Solche Referenzseiten gibt der Hersteller meist nur bei seinen größeren und teureren Geräten an. Sie geben den Firmen-Kunden die Möglichkeit die laufenden Kosten zu kalkulieren. Bei Druckern der Mittelklasse sowie den preiswerten Geräten, werden die verwendeten Standards zur Ermittlung der Druckleistung leider nicht so häufig verwendet oder dem Kunden gegenüber nicht kommuniziert. So dass ein Hersteller theoretisch eine selbst-gemachte Referenz-Seite verwenden könnte, bei der er den Deckungsgrad reduziert. Auf diese Weise wäre es dem Hersteller möglich, beim Kunden damit zu werben, dass die jeweilige Tinten-Kartusche oder Toner-Kassette länger hält und somit wirtschaftlicher ist, als die eines Konkurrenzanbieters. Obwohl dies tatsächlich nicht der Fall ist.

Auch wenn einheitliche Standards bzw. Referenzseiten verwendet werden, kann es vorkommen, dass der Hersteller nicht die für sein Produkt korrekte Referenzseite nutzt. Um auch hier die Leistungsfähigkeit der Drucker-Kartusche oder der Toner-Kassette zu beschönigen. Wenn also schon kein einheitlicher Standard verwendet wurde, könnte man vielleicht auf den verwendeten Deckungsgrad achten. Obwohl es fraglich ist, ob man hier den Angaben des Herstellers mehr vertrauen kann. Der Deckungsgrad bezeichnet übrigens die Fläche, die von Tinte oder Toner überdeckt wird. Und zwar im Verhältnis zur ganzen Seite (DIN A4). Tatsächlich kann dieser Wert sogar über 100% liegen, da bei Farbdruck die einzelnen Farben sich auch überlagern.

Deckungsgrad
Ausdruck
ca. 2 %
Eine kurze Briefseite nur mit Text.
ca. 3 %
Eine normale Briefseite nur mit Text.
ca. 5 %
Eine normale Briefseite mit Text und Firmenlogo.
ca. 10%
Eine normale Briefseite mit Text, Firmenlogo und Diagramm.
ca. 40%
Eine normale Briefseite mit Text und großem Bild.
ca. 100%
Eine über die ganze Seite gedruckte schwarze Fläche.
ca. 110%
Ein über die ganze Seite gedrucktes Photo (hell).
ca. 120%
Ein über die ganze Seite gedrucktes Photo (normal).
ca. 130%
Ein über die ganze Seite gedrucktes Photo (dunkel).

Wenn Sie es sich einfach machen wollen, können Sie auch folgende Formel verwenden. Bei reinem Schwarz-Druck multiplizieren sie einfach die Seitenanzahl einer Tinten-Kartusche bzw. Toner-Kassette mit dem Deckungsgrad den der Hersteller nennt. Und teilen diesen Wert anschließend durch den Preis für die Tinten-Kartusche bzw. Toner-Kassette. Der Drucker der den höheren Wert besitzt, müsste die niedrigeren Druckkosten aufweisen. Bei Farbdruck können Sie ähnlich vorgehen, hierfür addieren sie nur die Preise der einzelnen Farben jedoch vorher zusammen (ohne Schwarz), bevor sie deren Gesamtwert in die Formel einfügen. Nutzen Sie das jeweilige Ergebnis nur als sehr groben Richtwert, denn sie wissen nicht, wie genau und ehrlich die Zahlen sind, die Ihnen der Hersteller nennt. Außerdem gibt es auch andere Faktoren, die Einfluss auf die Kosten nehmen (Strom, andere Verbrauchsmaterialien, etc.).

Unser Kauf-Tipp !
Es ist in der Tat eine Sisyphusarbeit den wirtschaftlichsten Drucker zu finden. Und zu guter Letzt kann man sich nicht einmal auf die gewonnenen Erkenntnisse verlassen. Um dennoch Geld zu sparen, empfiehlt es sich (bei Laserdruckern) Toner-Kassetten mit hoher Kapazität zu kaufen. Bei einer doppelt so hohen Kapazität kosten diese meist nur 50% mehr. Bei Tintenstrahldruckern sollte man es genau anders herum handhaben, vor allem wenn man selten druckt. Denn Tinten-Kartuschen trocknen bei seltener Verwendung schnell ein und müssen dann trotz hohem Füllstand komplett entsorgt werden. Da ist es besser eine kleine günstigere Kartusche weg zu werfen, als eine große/teure. Um wirtschaftlich zu drucken, können Sie sich auch überlegen kompatible Tinte bzw. Toner zu verwenden. Bedenken Sie aber, dass dies zwar Kostenvorteile bringt, dafür aber andere Nachteile mit sich führen kann (höherer Verschleiß des Druckers, Inkompatibilität, Qualitätsverlust beim Ausdruck, etc.).

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