Spielsteuerung: Gaming Keypad

Spielsteuerung: Gaming Keypad

Während die Maus mit der rechten Hand bedient wird, soll man mit der linken Hand – anstelle der Tastatur – das Gaming Keypad verwenden. Denn Gaming Keypads sind Mini-Tastaturen von denen sich Anwender ergonomische Vorteile erhoffen, die ihnen die normale Tastatur nicht bietet. Soweit zumindest die Theorie. Doch Gaming Keypads hatten einen holprigen Einstieg in die Welt der Spielsteuerungen. Die Hersteller, die sich gleich zu Anfang darauf einließen, nahmen ihre Kreationen schnell vom Markt. Denn technisch erwiesen sich die meisten als nicht ausgereift und eher störend. So war die Ära der Gaming Keypads vorbei, kaum da sie begonnen hatte.

Belkin Nostromo n50 (2002), Belkin Nostromo N52 (2004) und Belkin Nostromo N52te (2008) (powered by Razer)

Belkin Nostromo n50 (2002), Belkin Nostromo N52 (2004) und Belkin Nostromo N52te (2008)

Erst nach der Jahrtausendwende erschienen ernstzunehmende Gaming Keypads, die mit der Tastatur-Eingabe konkurrieren konnten. Doch die Nachfrage nach Keypads ist selbst heute nicht übermäßig gut. Man hat das Gefühl, dass die Hersteller nur mit geringem Weiterentwicklungs-Aufwand ähnliche Produkte neu aufleben lassen und damit einfach erneut ihr Glück versuchen. Schließlich wuchs und wächst die Anzahl der Computerspieler stetig und damit auch die Chance der Hersteller, auch die alten Gaming-Keypad-Klassiker an den Mann zu bringen. Verglichen mit anderen Eingabegeräten bleiben sie jedoch ein Nischenprodukt.

Razer Nostromo Expert (2010), Razer Tartarus Expert (2013) und Razer Tartarus Chroma (2015)

Razer Nostromo Expert (2010), Razer Tartarus Expert (2013) und Razer Tartarus Chroma (2015)

Der Grund für den schleppenden Verkauf könnten auch die zahlreichen Nachteile sein, mit denen viele Gaming Keypads leben müssen. Sie nehmen auf dem Schreibtisch wertvollen Platz weg, kosten oft unverhältnismäßig viel Geld (was wohl auf die geringe Produktions-Menge zurück zu führen ist) und müssen auch für jedes Spiel angepasst werden. Daher investieren moderne Spieler ihr Geld lieber in eine Gaming-Tastatur. Da Gaming-Tastaturen die Lücke zwischen Gaming Keypad und regulärer Tastatur gut schließen können und sich praktischerweise dadurch auch Geld sparen lässt. Denn von ihr kann man auch außerhalb des Spiels profitieren und da ohnehin eine Tastatur genutzt werden muss, nimmt der Einsatz einer Gaming-Tastatur keinen zusätzlichen Platz weg.

Ergodex DX1 und Logitech G13

Ergodex DX1 und Logitech G13

Eine echte Notwendigkeit kann sich erst entwickeln, wenn ein Gaming Keypad mehr bietet, als nur die Funktion einer Zweit-Tastatur. So horchen viele Anwender erst auf, wenn die Rede von einem ungewöhnlichen Gaming Keypad ist. Dazu zählen Gaming Keypads wie das von Ergodex, bei dem man die Tasten frei auf einer Fläche platzieren kann und somit Abstände und Funktionen selbst bestimmt. Sich also praktisch ein eigenes Keypad nach seinen Bedürfnissen erstellt. Ebenso interessant sind Modelle die ergänzend mit einem grafischen Display oder gar mit einem sensitiven Display arbeiten. Doch auch diese Entwicklungen haben oft ein Handicap. Dafür dass es sich um Spielsteuerungen handelt, kosten sie viel Geld und sind durch ihre Seltenheit kaum praxiserprobt. Es gibt nun mal nicht viele Anwender, die soviel blindes Vertrauen aufbauen können, um 150 Euro zu investieren.

Unser Kauf-Tipp !
Wir sind der Ansicht, das Gaming Keypads noch nicht so weit sind, um auf dem Massenmarkt zu bestehen. Wenn mit der Zeit die Qualität sowie die Funktionen zunehmen und gleichzeitig die Preise fallen, dann wird wohl das goldene Zeitalter der Gaming Keypads anbrechen. Doch bis dahin werden noch einige Jahre vergehen. Falls Sie sich trotzdem jetzt schon ein Gaming Keypad zulegen wollen, dann bedenken Sie, dass die jeweiligen Modelle sich deutlich unterscheiden und diese Unterschiede nicht unbedingt auf dem ersten Blick sichtbar sind. Lesen Sie unabhängige Produkttests, um sich vor allem auch über die jeweiligen Nachteile zu informieren. Und lassen Sie sich bloss nicht zu einem schnellen Kauf hinreißen. Denn tatsächlich landen die meisten Gaming Keypads nicht auf dem Schreibtisch, sondern all zu oft und viel zu schnell in einem staubigen Regal oder gar in der Mülltonne.

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