Tastatur: Ergonomie

Tastatur: Ergonomie

Ergonomie ist ein sehr dehnbarer Begriff. Selbst Tastaturen bei denen man keinen sichtbaren Unterschied zu gewöhnlichen Tastaturen ausmachen kann, schmücken sich gerne mit der Bezeichnung „ergonomisch“. Das liegt daran, dass selbst der kleinste Anlass herangezogen wird, um eine angebliche Ergonomische-Optimierung zu rechtfertigen. Ein Beispiel sind gewöhnliche Tastaturen, die ihre Ergonomie-Werbung mit einer flacheren Bauweise rechtfertigen. Bei echten Slim-Tastaturen (sehr flachen Tastaturen), trifft dies in gewissem Maße auch zu. Doch auch normale-hohe Tastaturen bezeichnen sich gerne als ergonomisch-flach, indem sie als Vergleichswert eine höhere Tastatur heranziehen (z.B. Tastaturen aus den 1980er Jahren).

Ein anderes – schon eher – ergonomisches optimiertes Konzept zeigt sich bei Tastaturen, die eine stark reduzierte Breite besitzen. Möglich wird dies, indem einfach der Nummernblock eingespart wird. Dieser ist bei der Buchhaltung relevant, doch in vielen anderen Bereichen bleibt er ungenutzt. Auf ihn zu verzichten, spart Kosten und Platz ein. Doch damit allein verdient er sich noch keinen ergonomischen Pluspunkt. Das Mehr an Ergonomie kommt dadurch zustande, dass Rechtshänder ihre Maus nun weiter nach links verlagern können. Damit sinkt die Distanz und auch der Winkel, den der Anwender mit seinem rechten Arm überwinden muss, um die Maus zu steuern.

Ergonomie-fördernd sind Handballen-Auflagen, die im unteren Teil der Tastatur platziert werden. Im optimalen Fall müssen sie dafür sorgen, dass die Handballen höher liegen als die Fingerspitzen. So könnten dann die Finger entspannt auf der Tastatur aufliegen. Gleichzeitig dürfen sie aber nicht zu hoch sein, weil sonst der Unterarm nicht mehr auf dem Tisch aufliegt. In solchen Fällen könnte es passieren, dass der Unterarm stattdessen auf der Tischkante ruht, was zu einer punktuellen Belastung führt und die Durchblutung der Arme stört. Sollten Sie sich für eine Tastatur ohne Handballenauflage entscheiden, dann können Sie sich eine universelle Handballenauflage nachträglich dazu kaufen.

Ganz klar ergonomisch sind dagegen Tastaturen, die dahingehend angepasst wurden, um dem Anwender ein komfortables Arbeiten im Sinne von ermüdungsfrei und gesund zu ermöglichen. Dies erreichen Sie, indem sie die Tasten so ausrichten, dass das Handgelenk und Unterarm gerade verlaufen kann. Erstaunlicherweise scheint dies aber viele Anwender nicht zu kümmern. Denn die Nachfrage und das Angebot an entsprechenden Produkten ist verhältnismäßig klein (ca. 5%). Das liegt möglicherweise daran, dass ergonomische Tastaturen oft etwas mehr kosten, als die klassischen Tastaturen. Oder auch daran, dass viele Anwender gar nicht vorhaben, viel zu tippen und sich somit nicht zur Risikogruppe zählen, die an Haltungsschäden erkranken kann.

Tastaturen sind allgemein recht preiswert. Der leicht höhere Preis einer ergonomischen Tastatur sollte daher verschmerzbar sein. Darüber hinaus darf sich jeder von uns zur Risikogruppe zählen, auch wenn man nicht viel tippt. Schließlich ist das Tippen nicht die einzige Beschäftigung, die Handgelenk und Sehnenscheiden belasten kann. Je öfter und je besser wir uns schonen, desto unwahrscheinlicher, dass wir mit dem Tastatur-Tippen das Fass zum überlaufen bringen.

Unser Kauf-Tipp !
Vertrauen Sie nicht darauf, was der Hersteller sagt oder mit welchen Versprechen er Sie zu ködern versucht. Beurteilen Sie einfach selbst, ob eine Tastatur für Sie ergonomisch ist oder nicht. Schließlich müssen Sie damit zu recht kommen. Daher sind Tastaturen eines der wenigen Produkte, die man besser nicht ungesehen und unerprobt kauft. Gehen Sie hierfür lieber in einen Laden, in dem sie die Tastatur ausgiebig ausprobieren können.

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